Monday, 24 July 2017

Der Berg ruft

Der Winter in der Hawkes Bay zeichnet sich im Wesentlichen tagsüber durch viel Sonne und Temperaturen um die 10 bis 18°C aus, während die Nächte durchaus kühl werden können und in den Tälern sogar Frostgrade erreichen. Wenn es schneit, dann wird dies sofort im Radio berichtet und alle Leute laufen schnellstens zum Fenster, um die Sensation nicht zu verpassen. Meistens hat sich der weiße Spuk dann nach 30 Minuten wieder erledigt. Zuweilen überziehen aber auch Kaltausläufer, paradoxerweise von Süden kommend die Inseln. Dann geht es richtig zur Sache und so war es auch vor kurzem. In den Bergen gibt es dann logischerweise Schnee und im übrigen Land jede Menge Regen. Es gibt dann so viel Regen, dass es allerorts zu Überflutungen, Schlammlawinen, Straßensperren und Stromausfällen kommt. Nach all dem Regen, den unsere Fenster leider nicht draußen halten konnten (irgendwie wohl ein Designfehler), hatten wir so ziemlich genug davon und Holger schlug spontan einen Ausflug in die Berge vor. Dieses muss auch immer sehr spontan umgesetzt werden, da es sonst schwer ist, alle Termine unter einen Hut zu bringen. Auch Sassi und ihr Freund Steven wurden angesprochen. Just in der Woche davor, tobte der Sturm besonders heftig und alle Passstraßen waren gesperrt. Am letzten Tag vor dem geplanten Ausflug siegte dann aber das gute Wetter und nach und nach wurden die Straßen wieder geöffnet, sodass wir am Abend schnell mit dem Packen begannen. Früh am Morgen fuhren wir noch im Dunkeln los. Ixi hatte lecker Croissants und Knoblauchbrot gebacken für unterwegs. Sassi und Steven waren schon vor uns da und warteten bereits ungeduldig. In unserer Lieblingsherberge (nein nicht das Schloss, was auf dem Bild zu sehen ist), liehen wir uns unsere Ausrüstung aus und wir fuhren am ersten Tag in das Whakapapa Skigebiet. Whakapapa ist eines von zwei Skigebieten auf der Nordinsel von Neuseeland. Es befindet sich an der Nordseite des Berges Ruapehu im wundervollen Tongariro Nationalpark. Das zweite heißt Turoa und befindet sich auf der süd-westlichen Seite. Obwohl es auf der Südinsel weitere Skigebiete gibt, gelten diese beiden als die größten. Nach den Kauf der Tageskarten für die gesamte Mannschaft, war das Portemonnaie erschreckend leicht geworden. Aber was solls, dafür waren wir auch mal alle wieder zusammen und wer weiß schon was morgen ist. Im unteren Bereich befindet sich das sogenannte "Glückliche Tal", wo sich Hunderte schneehungriger Familien mit Kindern tummelten und wie wild Schneemänner bauten. Weiter oben beginnt dann das eigentliche Skigebiet. Leider war nur der untere Teil des Berges offen, da der Schnee sich nicht wie gewünscht auf die Pisten verteilt hatte. Dieses veranlasste uns am nächsten Tag auf die andere Seite nach Turoa zu fahren, wo es deutlich besser war mit dem Schnee. Leider wurde dieser Tatbestand nicht nur von uns erkannt, sodass es an Menschen nicht mangelte. Lange Schlangen an den Liften minimierten den Spaß etwas. Egal, nach dem ersten Tag ging es dann abends in die Schänke und danach wurde wie üblich wie wild Tischtennis gespielt, was allen sehr viel Freude machte (das gute alte chinesisch spielen :). Am zweiten Tag haben wir sogar noch einen Arbeitskollegen auf der Piste getroffen, so klein ist die Welt hier in Neuseeland. Müde und mit viel Muskelkater ging es am späten Sonntagabend in ca. 3,5 Stunden dann wieder nach Hause. Es war großartig und der Wettergott meinte es gut mit uns. Wer als Europäer die Skigebiete in den Alpen kennt, der wird vielleicht etwas enttäuscht sein, da hier alles eine Nummer (oder auch zwei) kleiner ist, aber wer dies nicht kennt, der ist glücklich. In diesem Sinne, habt Freude an den Winterbildern, bleibt uns weiter gewogen und viele liebe Grüße von Euren HanneBergers


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