Monday, 14 August 2017

Eine koreanische Hochzeit in Neuseeland












 
Ein weiteres Ereignis lockte uns vergangenes Wochenende erfolgreich aus der heimeligen Hawke's Bay heraus. Retrospektiv könnte man unseren Ausflug auch wie folgt beschreiben: Drei deutsche Kiwis besuchen ihre Freunde, ein amerikanisch - chinesisches Pärchen, um am nächsten Tag an einer koreanischen Hochzeit mit Gästen u.a. aus Brasilien, Indien, Kroatien,  sowie mit Personal aus Chile, teilzunehmen. So multikulturell lässt sich wohl auch Neuseeland passend beschreiben. Los ging es am Sonnabend nach dem Frühstück. Unser Nachwuchs-Autofahrer Xenia, stolzer Besitzer seit einigen Wochen einer sogenannten "Learners License", bekam die Chance ihre Fahrpraxis um ein Beträchtliches zu erweitern. Bislang war ihre gewohnte Fahrroute nur immer von zu Hause bis zur Schule gewesen. Diese 20 Minuten Strecke kennt sie nun mittlerweile aus dem Eff-Eff. Mit einem kurzen Zwischenstopp in Tirau fuhr sie die komplette Strecke von ca. 410km, was ungefähr einer Fahrzeit von 5 Stunden und 20 gleichkommt, ganz alleine. Erst in Auckland wuchs der Fahrstress an und wir wechselten 2 Minuten vor dem Ziel den Fahrer. Alles in allem also eine Megaleistung. Wir verbrachten einen wunderbaren Abend bei unseren Freunden Wes und Eva, die uns obendrein auch noch zu einem vietnamesischen Essen ausführten. Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Hochzeit unseres Kollegen Leo und seiner reizenden Braut Sarah. Die Feier war eine Mischung aus katholischen und koreanischen Traditionen, wobei die katholische Seite überwog. Das Essen war hervorragend, die Tischnachbarn waren weitere nette ABB Kollegen und deren Frauen mit denen wir viel Spaß hatten. Gefeiert wurde in einem Restaurant direkt am Wasser, in der Okahu Bay. Die Lage hätte romantischer nicht sein können. Zu Anfang waren wir auch von Sonnenschein beglückt, dies ließ dann aber später etwas nach. Ixi fuhr uns dann auch noch die halbe Strecke wieder nach Hause bis Tirau. Aber Dunkelheit und Regen machten das Fahren nicht leicht. Um viele tolle Eindrücke reicher,endete auch dieses tolle Wochenende. Für die zwei frisch Vermählten habe ich dann noch die wenigen Videosequenzen, die ich mit meinem Samsung J5 geschossen habe, zu einem kleinen Erinnerungsvideo verabeitet (leider zu groß für dieses Medium). Für Euch stelle ich aber ein paar Fotos ins Blog, um Euch einen visuellen Eindruck zu vermitteln. Unser Alltag hat uns nun wieder eingeholt. Ixi muss nun doch etwas lernen, da in wenigen Wochen ihre ersten internen Prüfungen stattfinden. Das Wetter wird langsam frühlingshafter. Überall regt sich Bildung und Streben und der Winter zieht sich in rauhe Berge zurück. Sassi ist nach wie vor sehr beschäftigt mit ihrem Studium und der Rest von uns geht fleißig arbeiten. So, nun viel Spaß bei der Bilderschau und viele Grüße aus Neuseeland. 
Eure HanneBergers

Monday, 24 July 2017

Der Berg ruft

Der Winter in der Hawkes Bay zeichnet sich im Wesentlichen tagsüber durch viel Sonne und Temperaturen um die 10 bis 18°C aus, während die Nächte durchaus kühl werden können und in den Tälern sogar Frostgrade erreichen. Wenn es schneit, dann wird dies sofort im Radio berichtet und alle Leute laufen schnellstens zum Fenster, um die Sensation nicht zu verpassen. Meistens hat sich der weiße Spuk dann nach 30 Minuten wieder erledigt. Zuweilen überziehen aber auch Kaltausläufer, paradoxerweise von Süden kommend die Inseln. Dann geht es richtig zur Sache und so war es auch vor kurzem. In den Bergen gibt es dann logischerweise Schnee und im übrigen Land jede Menge Regen. Es gibt dann so viel Regen, dass es allerorts zu Überflutungen, Schlammlawinen, Straßensperren und Stromausfällen kommt. Nach all dem Regen, den unsere Fenster leider nicht draußen halten konnten (irgendwie wohl ein Designfehler), hatten wir so ziemlich genug davon und Holger schlug spontan einen Ausflug in die Berge vor. Dieses muss auch immer sehr spontan umgesetzt werden, da es sonst schwer ist, alle Termine unter einen Hut zu bringen. Auch Sassi und ihr Freund Steven wurden angesprochen. Just in der Woche davor, tobte der Sturm besonders heftig und alle Passstraßen waren gesperrt. Am letzten Tag vor dem geplanten Ausflug siegte dann aber das gute Wetter und nach und nach wurden die Straßen wieder geöffnet, sodass wir am Abend schnell mit dem Packen begannen. Früh am Morgen fuhren wir noch im Dunkeln los. Ixi hatte lecker Croissants und Knoblauchbrot gebacken für unterwegs. Sassi und Steven waren schon vor uns da und warteten bereits ungeduldig. In unserer Lieblingsherberge (nein nicht das Schloss, was auf dem Bild zu sehen ist), liehen wir uns unsere Ausrüstung aus und wir fuhren am ersten Tag in das Whakapapa Skigebiet. Whakapapa ist eines von zwei Skigebieten auf der Nordinsel von Neuseeland. Es befindet sich an der Nordseite des Berges Ruapehu im wundervollen Tongariro Nationalpark. Das zweite heißt Turoa und befindet sich auf der süd-westlichen Seite. Obwohl es auf der Südinsel weitere Skigebiete gibt, gelten diese beiden als die größten. Nach den Kauf der Tageskarten für die gesamte Mannschaft, war das Portemonnaie erschreckend leicht geworden. Aber was solls, dafür waren wir auch mal alle wieder zusammen und wer weiß schon was morgen ist. Im unteren Bereich befindet sich das sogenannte "Glückliche Tal", wo sich Hunderte schneehungriger Familien mit Kindern tummelten und wie wild Schneemänner bauten. Weiter oben beginnt dann das eigentliche Skigebiet. Leider war nur der untere Teil des Berges offen, da der Schnee sich nicht wie gewünscht auf die Pisten verteilt hatte. Dieses veranlasste uns am nächsten Tag auf die andere Seite nach Turoa zu fahren, wo es deutlich besser war mit dem Schnee. Leider wurde dieser Tatbestand nicht nur von uns erkannt, sodass es an Menschen nicht mangelte. Lange Schlangen an den Liften minimierten den Spaß etwas. Egal, nach dem ersten Tag ging es dann abends in die Schänke und danach wurde wie üblich wie wild Tischtennis gespielt, was allen sehr viel Freude machte (das gute alte chinesisch spielen :). Am zweiten Tag haben wir sogar noch einen Arbeitskollegen auf der Piste getroffen, so klein ist die Welt hier in Neuseeland. Müde und mit viel Muskelkater ging es am späten Sonntagabend in ca. 3,5 Stunden dann wieder nach Hause. Es war großartig und der Wettergott meinte es gut mit uns. Wer als Europäer die Skigebiete in den Alpen kennt, der wird vielleicht etwas enttäuscht sein, da hier alles eine Nummer (oder auch zwei) kleiner ist, aber wer dies nicht kennt, der ist glücklich. In diesem Sinne, habt Freude an den Winterbildern, bleibt uns weiter gewogen und viele liebe Grüße von Euren HanneBergers


Monday, 8 May 2017

Wellington, wir kommen (schon) wieder

Der nächste Feiertag nach Ostern war der ANZAC day, der Tag an dem hier in Neuseeland der Opfer der beiden Weltkriege gedacht wird. Also hauptsächlich des ersten, da in der Türkei bei Gallpoli 1915 sehr viele Soldaten aus Neuseeland und Australien sterben mussten. ANZAC day ist einer von drei Tagen im Jahr wo hier die Geschäfte wirklich mal schließen (müssen), genaugenommen zum ANZAC nur für einen halben Tag. Mit dem Feiertag als Gelegenheit und Holger dienstlich unterwegs, bedurfte es keiner langen Bedenkzeit für die Verbliebenen, bis auch wir unseren Reiseplan fertig hatten. Da wir so viel Zeit wie möglich miteinander verbringen wollten, gönnten wir uns dieses Mal sogar einen Flug statt eiiner 5-stündigen Busreise. Sassi und Steven holten uns freundlicherweise vom Flughafen ab und wir wurden ins Basislager (Studentenbude) chauffiert. Ich sage Euch, diese Reise war der pure Luxus ;). Der Abend wurde genutzt um Pläne für die folgenden Tage zu schmieden. So fuhren wir am nächsten Tag direkt nach dem Frühstück und einem ordentlichen Stück Geburtstagkuchen (unser Ixi ist nun eine sweet - süße 16), mal wieder in den Zoo. Sassi hatte Freikarten bekommen für freiwillige Arbeit und da das Wetter mitspielte, verbrachten wir den ganzen Vormittag da. Seit dem letzten Besuch vor ca. einem Jahr, hatte sich auch einiges verändert. So hatten einige Vögel jetzt besonders große und schöne Gehege. Da es Wochenende war, waren wir auch nicht allein da, so war es eher schwierig ein paar Tiere zu streicheln. Nur Sassi gelang es, ein kleines Wallaby zu erwischen. Nach dem Zoo hatten wir bis zum Abendbrot noch etwas Zeit und erklommen, den iim Zentrum gelegenen Mount (Berg) Victoria. Hier gab es auch einige neue Dinge (Spielgeräte) zu entdecken und wir erforschten diese sehr interessiert und fast blessur-frei. Nächster Programmpunkt war ein kurzer Barbesuch. In eine Bar zu gehen, ist immer etwas problematisch, da Ixi noch als Kind zählt und hier strenge, etwas verwirrende Regeln gelten. Nein, nein, keine Sorge, sie hat natürlich nur eine Limo getrunken. Von der Bar gings in ein mexikanisches Restaurant, wo wir es uns gut gehen ließen und auf Ixis's Geburtstag anstießen, Mama zahlt :) Am nächsten Tag freuten sich die meisten von uns schon auf die geplante Wanderung an der Kapiti Küste. Dort entstand in jüngster Vergangenheiti ein neuer Wanderweg mit wirklich spektakulären Ausblicken. Der Weg von nur 9,5 km Länge führt von einer Bahnstation zur nächsten. Da wir mit dem Auto da waren, mussten wir das ganze auch wieder zurück laufen. Was dann doch etwas in die Beine geht (zumindest auf dem Rückweg), sind die vielen Stufen, die zur Überwindung der 220 Höhenmeter dienen. Auch ist der Weg nicht für Blasenkranke oder Leute mit Höhenangst geeignet, da es keine Toiletten an der Strecke gibt und es die meiste Zeit nur auf einem schmalen Grat am steilen Berg entlang nach oben und dann respektive wieder nach unten geht. Also, für schwache Gemüter, sei gesagt: Blick immer nach oben oder zur Bergseite gerichtet. Zwei tolle Hängebrücken machen das Wanderabenteuer komplett. Auf der Hälfte der Strecke mussten wir leider an den woh duftenden Kaffees vorbei, da wir dummerweise keinerlei Zahlungsmittel dabei hatten. Na ja, beim nächsten Mal sind wir besser vorbereitet. Vorteilhaft war auch, dass kaum Wind wehte. Ich mag mir den Weg bei starkem Wind lieber nicht vorstellen. Gut gelaunt, aber übel riechend ging es nach Hause, wo dieses Mal selbst gekocht wurde. Schließlich übernachtet man bei armen Studenten bzw. Berufsanfängern. Am diritten Tag waren nur wir "Mädels" unterwegs, da Steven arbeiten musste. Dem üblichen Klischee folgend, gingen wir shoppen, was natürlich in Wellingten mehr Spaß macht als bei uns in der Provinz. Es sollte hier noch einmal daran erinnert werden, dass es in Neuseeland ein gutes Angebot an Second Hand Läden gibt, die wirklich tolle Sachen für einen Bruchteil des Originalpreises anbieten. Ein typischer Student kennt sie alle. Was dabei Spaß macht, ist die Jagd nach der Perle unter den üblichen Ramsch. Und in der Tat, fanden wir wieder einige darunter. Da Ixi's Konfektionsgröße noch unschlagbar Modell-mäßig ist, war in diesen Größen das Angebot auch besser. Tja wer kann, der kann. Tags darauf, war dann "Game over" und es ging mit Air New Zealand wieder nach Napier zurück. Allerdings erwartete uns beide dort schon die nächste Feierlichkeit, da einer unserer Nachbarn seinen 50igsten feierte und die gesamte lokale Politprominenz eingeladen hatte. Dazu muss man sagen, dass er der Chefredakteur des Lokalblattes ist und da gehört das vermutlich dazu. Völlig egal, es gab soooo viel zu essen und viele Reden. Wir hatten viel Spaß und gingen mit akutem Bauchdrücken dann nach Hause, wo uns unsere Katze schon sehnsüchtig erwartete. Keine Sorge, sie musste während unserer Abwesenheit nicht hungern. In diesem Sinne, schließe ich für heute und verbleibe mit besten Grüße in Namen aller HanneBergers, Eure Birgit