Saturday, 29 December 2018

2018 Spätlese

Um das neue Jahr 2019 auch ohne schlechtes  Gewissen begrüßen zu können, lasst uns heute noch mal kurz auf die letzten Monate in 2018 zurückschauen. Da wäre zunächst einmal unsere Tour nach Kuripapango zu erwähnen, die wir mit unseren deutschen, sowie deutschsprachigen Freunden unternommen haben. Da Robyn beim Department für Conservation (Naturschutz) arbeitet, kamen wir in den Genuss allen nur möglichen Luxus, der in so einer Hütte am Wald zur Verfügung stehen kann. Und weil Holger und ich ja nun ganz frisch verheiratet sind, durften wir sogar in der Extrahütte mit Privatsphäre nächtigen. Außerdem bekamen wir ein Sektfrühstück und einen tollen Kuchen mit Gesang. Wie immer wurde viel gegessen, aber auch viel gewandert und geangelt. Kurz darauf fand dann bei Ixi die Schulpreisverleihung statt und für sie hieß es dann sich ganz auf die Prüfungen vorzubereiten. Seit Ende November ist die Zeit des Lernens nun vorbei und für sie ist Entspannen angesagt, da die Schule erst im Februar wieder anfängt. Der November stand auch wieder ganz im Zeichen von Funkwettbewerben und so hatten wir unsere Hütte wieder voll mit tollen Gästen, die ihrerseits versuchten im Team neue Rekorde zu setzen. Neben der Funkerei blieb aber noch genug Zeit zum Reden über Gott und die Welt. Chris und Anja brachten dabei einen Hauch von Deutschland sowie Erinnerungen und Souvenirs von der WRTC (Funkweltmeisterschaft) mit ins Haus. Zwischendurch waren wir noch bei unserem koreanischen Kollegen zum ersten Geburtstags des Sprösslings eingeladen. Die anwesenden Gäste konnten den Vereinten Nationen durchaus Konkurrenz machen. Fast alle Kontinente waren vertreten. Hier eine kleine Länderauswahl: Ägypten, Malaysia, Singapur, Schweden, UK, Kroatien, Deutschland, Venezuela, Brasilien und nicht zuletzt Korea und Neuseeland. Am 14.11. wurden wir drei (Ixi, Holger und ich) offiziell zu neuseeländischen Staatsbürgern gekürt. Zuvor hatten wir bei den deutschen Behörden eine Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft beantragt, was dann auch genehmigt worden war. Nun dürfen wir uns zu Recht deutsche Kiwis nennen. Die Feierstunde war sehr schön und neben den Zertifikaten bekamen wir auch einen Kowhai Baum als Geschenk. Dieser steht nun mit bei uns im Garten. Auch bei Sassi gab es gute Nachrichten. Zum einen schloss sie nach fast fünf Jahren ihr Studium ab und ist nun stolzer Träger dreier Bachelor Titel. Zum anderen bekam sie einen Posten beim MBIE als Graduate Policy Adviser. Ihr wurde im Dezember das Victoria Plus Award von der Uni überreicht und im Mai gibt es dann die offizielle Abschluss-Veranstaltung (Graduation im entsprechender Kleidung). Wir haben uns sehr darüber gefreut. Geschenke und Braten gab es für uns in diesem Jahr eine Woche früher, da Sassi und Steven auf der Südinsel Urlaub machen wollten. Wir selbst bekamen eine Einladung nach Tauranga bei Funkerfreunden Weihnachten zu verbringen und haben unheimlich viel gegessen. Zwischen den üppigen Mahlzeiten gelang es Ixi und mir mal einen Abstecher auf den Mount Maunganui und in die einschlägigen Op-Shops (Second Hand Läden) von Tauranga zu machen, wo Ixi zahlreiche Beute machte. Doch nun heißt es fertigmachen für die baldige Silvesterparty und das neue 2019. Euch allen einen guten und wenig leberschädigenden Rutsch in ein gesundes neues Jahr. Bis auf bald, Eure HanneBergers

Friday, 7 December 2018

Zwischen vielen Gipfeln

Am 22.10.2018 machten wir uns nach einem erlebnisreichen Wochenende in Wellington und Umgebung nun endlich auf die Heimreise in unsere traute Hawke's Bay. Aber wir wären nicht die HanneBergers, wenn wir dieses auf direktem Weg getan hätten. Es wurde also recherchiert bis man ein geeignetes Ziel gefunden hatte, was die Rückreise einerseits aufpeppte und andererseits aber nicht zuviel Umweg bedeutete. Dabei stießen wir auf die Putangirua Pinnacles. Diese befinden sich in der Wairarapa Region am unteren rechten Zipfel der neuseeländischen Nordinsel. Die Pinnacles sind ein markantes Beispiel von Erosion. Sie ähneln ein wenig der Sächsischen Schweiz, sind aber deutlich kleiner. Man schätzt sie auf etwa 125.000 Jahre, wobei die stärkste Zeit der Erosion vor etwa 7000 Jahren begann und sich aufgrund der Waldrodungen in den letzten 1000 Jahren massiv beschleunigt hat. Derzeit schätzt man die jährliche Abtragung auf ca. 1cm. Da die Felsformationen derart bizarr sind, hat man sie auch schon in diversen Filmen als Kulisse verwandt. Besonders hervorzuheben ist hier sicherlich "Der Herr der Ringe" (Return of the King - Paths of the Dead sequence). Nach einer eher unspektakulären Anfahrt (diese Gegend ist nicht gerade die Hauptverkehrsader der Nordinsel), machten wir uns auf zu den Felsen und gelangten in einem trockenen Flussbett dorthin. Trotz der Abgelegenheit, fanden sich dennoch zahlreiche Gleichgesinnte aus aller Herren Länder. Der Zeltplatz war sogar mit einer Spültoilette ausgestattet. Ich war sprachlos, hatte ich dort kurz zuvor noch Witze gemacht, dass mein Vorgänger solange braucht, da er die Spülung wohl nicht finden kann, und dann war da tatsächlich eine. Sowas ist doch eher selten. Überhaupt ist man immer gut beraten, wenn man seine eigene Rolle Papier dabei hat, um vor Überraschungen gefeit zu sein. Für den Rückweg erklommen wir den Pfad am Rande des Flussbettes und genossen die tollen Aussichten auf die Felsen und auf die ferne Küste. Einen weiteren Stopp legten wir auf der Rückfahrt noch in Martinborough ein, um etwas zu essen. Diese Gegend ist wiederum für seinen kolonialen Charme und seine zahlreichen Weingüter bekannt und lädt zu leichten Radtouren ein. Wir machten allerdings nur kurz Rast und hakten damit unseren Besuch in Wairarapa ab. Alles in allem ein tolles Erlebnis.
Mittlerweise war gestern nun schon Nikolaus und der Weihnachtsbaum steht auch schon. Bald ist Weihnachten, also Strandzeit hier bei uns. Was es zwischendurch noch so gab, das gibt es dannn im nächsten Posting. Bis dahin, bleibt gesund. Eure HanneBergers

Saturday, 1 December 2018

Auf der Vogelinsel

Am 21.Oktober 2018 hieß unser Ziel Kapiti Island. Wir hatten Glück und mussten nicht ganz so früh raus, da unsere Tour erst kurz nach 9 Uhr morgens losgehen sollte, daher klingelten die Wecker in Wellington erst gegen 6.30 Uhr. Das Wetter war vielversprechend, nicht kalt, aber aufgrund der Wolkendecke auch nicht heiß. Eine Tour nach Kapiti Island muss man im voraus buchen (es gibt auch ein jährliches Besucherlimit). Eine Reihe von Anbietern sind zugelassen und organisieren ebenfalls die Genehmigungen vom Department of Conservation (Naturschutzbehörde). Am Abend vorher waren wir noch etwas nervös, ob es auch stattfinden würde, da das Wetter eben doch sehr wechselhaft war, aber am frühen Morgen kam dann das finale OK und wir starteten durch. Kapiti Island ist ca. 20km2 groß und liegt etwa 8 km vor der südlichen Westküste der neuseeländischen Nordinsel. Nach der Autotour nach Paraparaumu wurden wir mit einem Motorboot auf die Insel übergesetzt. Das ging überraschend schnell und dauerte keine 10min. Auf der Insel angekommen wurden wir zunächst über die Geschichte und die Flora und Fauna, sowie die vorhandenen Wanderwege informiert. Als erstes siedelten ab 1700 die Maori vom Stamme der Ngati Toa unter ihrem Führer Te Rauparaha auf der Insel und wir hatten das Glück einen seiner Nachfahren als Guide zu haben. Danach entdeckten die weißen Siedler die der Insel nahegelegenen Brutgebiete vieler Wale, was sich aber als eher nachteilig für die Wale herausstellte, das sie (bzw.  ihr Tran) nunmehr als Ausgangsstoff für Öl genutzt wurden. Überhaupt erging es der Insel wie so vielen anderen Teilen Neuseelands und das originale Buschland wurde brandgerodet und musste Platz machen für die Schafzucht. Interessanterweise erkannten kluge Leute bereits um 1870 das erhaltenswerte Potential der Insel und so wurde sie bereits im Jahr 1897 ein Vogelschutzgebiet. Auch die Natur erholte sich wieder und heute ist die Insel fast vollständig mit Vegetation überzogen, indem sich alle möglichen Vogelarten (sogar Kiwis) so richtig wohl fühlen. Man schaffte es, Kapiti komplett von importierten Säugetieren zu befreien, was insbesondere bei Opossums und Ratten nicht ganz leicht ist.  Wir hatten nur eine Tagestour gebucht, aber interessanter ist bestimmt eine Übernachtung, da man dann eine große Chance hat die nachtaktiven Kiwis in ihrem natürlichem Lebensraum zu erleben. Vielleicht kommen wir ja wieder. Nach all den Informationen, machten wir uns auf den steileren der beiden Wanderwege, die zum 520m hohen Gipfel führten. Der Plan war gut, da die meisten den anderen Besucher den bequemeren Weg vorzogen und wir somit mehr Ruhe zur Vogelbeobachtung hatten. Auf dem Gipfel hatte man einen tollen Ausblick über die Insel bis hinüber zum Festland. Ab und zu erlaubten die Wolken den Durchblick. Runter ging es dann auf dem anderen Weg und wir sagen zahlreiche Saddlebacks, Bellbirds, Stichbirds, Kererus, Wekas, Kakas, Tuis und viele andere Vögel, die wir sonst nicht oder nur selten zu Gesicht bekommen. Ein altes Farmhaus schauten wir uns noch an und dann ging es auch leider schon wieder zurück mit dem Boot. Am Nachmittag hingen wir noch alle bei Sassi und Steven ab und bereiteten uns auf unsere Abreise am nächsten Tag vor. Was wir dann auf der Rückreise gesehen haben, erzähle ich Euch beim nächsten Mal. Bis dahin, viel Spaß beim Türchen aufmachen im Adventskalender. 
Eure HanneBergers

Sunday, 25 November 2018

Wo ist eigentlich das Teufelstor ?

Wie beim letzten Mal versprochen geht es heute auf zwei weitere interessante Wanderungen rund um Wellington. Nach einem stärkenden Frühstück in der neuen Wohnung der Kinder in Newtown, ging es kurz auf den Obst- und Gemüsemarkt. Dieser ist deshalb einen Besuch wert, da die angebotenen Waren tatsächlich frisch und vor allem preiswert sind. Der Hawke's Bay Farmers Market dagegen ist mehr etwas für betuchtere Feinschmecker. Hier werden viele selbstgemachte Produkte wie Marmelade, (deutsches) Brot, Salami oder Schokolade zum Kauf feilgeboten. Nachdem das Gemüse für das Abendbrot sicher verstaut war, ging es für Sassi, Holger und mich ab in Richtung "Red Rocks". Ixi musste zu Hause bleiben und für ihre Prüfungen lernen und Steven musste arbeiten. Ich hatte keine Ahnung was uns erwartete und so fuhren wir bis Owhiro Bay und erblickten eine rauhe felsige Küstenlandschaft, wo sich schon etliche andere Spaziergänger, Mountainbiker und Vierrad-Antriebs Enthusiasten tummelten. Auf dem Weg nahm der sowieso schon starke Wind (typisch für Wellington und die Westküste im Allgemeinen) weiter zu und verwandelte die Sandkörner in kleine Geschosse. Wer also kurze Hosen anhatte, empfand es wie Nadelstiche. Und dann tauchten sie auf, inmitten der normalen grauen Felsen, plötzlich ca. 200 Jahre junge rote Gesteinsbrocken. Maori Legenden zufolge sammelte Kupe (ein berühmter polynesischer Entdecker) an der Küste Paua Muscheln (Abalone), worauf eine Muschel seinen Finger einklemmte und er zu bluten begann, was wiederum auf die Steine tropfte und sie rot färbte. Es gibt wohl noch mehr mögliche Tat-hergänge, aber der eine soll erst einmal genügen. Wir gingen weiter und stießen nach ca. 4,5 km auf eine torartige Gesteinsformation, die laut Sassi's Angaben Teufelstor (Sinclair Head, Te Rimurapa) genannt wird. Viele 4WD Fahrzeuge wagten die anspruchsvolle Durchfahrt (Mo-Sa). Dieser Schwierigkeitsgrad bestimmt vermutlich den Namen Teufelstor. Dahinter aber wurde es erst recht spannend, denn dort lagerten (von Mai bis Oktober) wohl an die 150 männliche Robben, die bei der Partnerwahl leer ausgegangen waren. Da keine Kleintiere zu beschützen sind, ist die ganze Kolonie recht harmlos und fast zutraulich. Nach einigen Schnappschüssen ging es die 4,5km wieder zurück und wir nahmen ein Mittagessen in der Lyall Bay (mit Blick übers Wasser) ein. Da wir noch nicht richtig müde waren, ging es, nunmehr mit Steven zusammen, auf eine zweite Tour, die auf der anderen (der östlichen) Seite von Wellington liegt. Wir fuhren also nach Eastbourne und begaben uns auf die 14,5km Wanderung. Unser Ziel waren die zwei Leuchttürme von Pencarrow. Die Strecke war flach und mit Schotter überzogen. Eine Kurve folgte der anderen und nur die vielen wilden Ziegen unterbrachen die etwas eintönige Tour. Riesengroße Kreuzfahrtschiffe machten sich auf ihren Weg hinaus in die See. Der alte Leuchtturm hochoben auf dem Felsen war das erste permanente Leuchtfeuer von Neuseeland und es war auch das erste welches von einer Frau betrieben wurde. Misses Mary Jane Bennett kam mit ihrem Mann George 1852 dahin, aber 1855 starb ihr Mann bei einem Bootsunglück. So schlug sich die damals schwangere mit ihren sechs Kindern bis 1865 allein durch fernab jeglicher Zivilisation. Das nenne ich Courage. Vom Leuchtturm aus, wo es regelrecht stürmisch war, kann man noch weiter wandern, aber die Stimmung in der Truppe ließ etwas nach und ich konnte Holger nicht mal mehr dazu bewegen zum zweiten Leuchturm zu gehen, der sich am Fuße des Felsens befand. Alles in allem war es ein gelungener Tag mit vielen interessanten neuen Erfahrungen. Sehr empfehlenswert. Beim nächsten mal geht es dann auf die Kapiti Insel. Bis dahin Euch eine schöne Vorweihnachtszeit, die ja nicht mehr lange auf sich warten lässt.
Eure HanneBergers