Sunday, 20 May 2018

Ab in die Berge

Wie beim letzten Mal schon angedeutet, schulde ich Euch noch immer den Bericht über unsere "Frauenpower" Wandertour, die uns Anfang April auf den 1470 m hohen Mount Holdsworth führte. Diese Bergformation liegt nur etwa 107 km N-NO von Wellington (1:42 Autostunden) und ca. 250 km S-SW (3:10 Autostunden) von Napier entfernt. Es war lange geplant diese Tour zu machen, doch leider wurde sie aus verschiedenen Gründen immer wieder verschoben. Am Ende waren es nur weibliche Teilnehmer, was aber dem Spaß keinen Abbruch tat, ganz im Gegenteil. Am Freitag, dem 6. April ging es morgens los und nach ca. 3 Stunden und einer kleinen Rast machten wir uns bei schönestem Sonnenschein und sehr warmen Temperaturen mehr oder weniger gut gerüstet auf den Weg nach oben. Die ganze Schleife (ca. 24km) kann man in 2 oder 3 Tagen leicht bewältigen. Der Aufstieg zur ersten Hütte (Powell Hut) erfolgte ohne Probleme. Obwohl die Hütte Platz für mindestens 28 Leute bietet, war sie bis auf ein 19 jähriges britisches Mädchen leer. Oben angekommen schlug das Wetter um und es wehte ein starker Wind, der die Hütte die ganze Nacht über zum Wackeln brachte. Auch das Feuermachen erwies sich dadurch als Herausforderung und nur mit Hilfe mitgeführter Tampons gelang es uns endlich die dicken Holzkloben im Sog des heftigen Windes anzubrennen. Dann wurde es gemütlich. Die Nacht wurde nur vom Rütteln des Windes und dem Knabbern der Mäuse (an unseren Schokoladenkeksen) gestört. Am Morgen war das Wetter noch schlechter. Zum Wind kam nun noch Regen dazu und es stellte sich bald heraus, dass einer von uns, nämlich ich, trotz langjähriger Erfahrung, nicht ganz so gut ausgerüstet war wie die anderen. Nur mit Turnschuhen und Jeans geht man nicht auf solche Touren, da das Wetter jederzeit umschlagen kann, aber nun war Augen zu und durch angesagt. Glücklicherweise hatte ich mir immerhin Holgers gute Regenjacke eingepackt, das zahlte sich aus. Im strömenden Regen machten wir uns zu fünft auf den Weg und am Gipfel verabschiedeten wir uns vom Anna, die am nächsten Tag wieder zur Arbeit musste. Wir gingen weiter, aber der Wind wurde immer stärker und der Grat immer schmaler, sodass man in den Windböen keinen rechten Halt mehr finden konnte und ich bald die Hosen (und Schnauze) voll hatte und zur Hütte zurückging. Wiederwillig folgten mir meine Wandergenossen und wir warteten noch eine Stunde in der Hütte auf besseres Wetter, welches dann auch tatsächlich kam. Es klarte etwas auf und der Wind ließ nach. Nun fand meine Entscheidung allgemeine Anerkennung (nochmal Glück gehabt). Im konstanten Nieselregen erreichten wir über die Bergrücken die nächste Hütte. Wir waren pitschnass und freuten uns, dass auch diese Hütte leer war. Ohne Wind und mit der Erfahrung vom Vortag war nun Feuer machen kein Problem. Dann erreichten weitere 3 Gruppen die Hütte und eröffneten uns, dass unweit auch noch eine Schulklasse (15 Schüler) auf dem Weg hierher wäre. Die 20 Betten, die die Jumbo Hütte bietet, waren schnell voll und auch der Fußboden war voll von müden und nassen Wanderern. Man kann also sagen, dass wir in 2 Hütten auch 2 Extreme erleben durften. Nun muss ich aber auch sagen, dass trotz allem die Nacht enorm ruhig und in gegenseitiger Rücksichtnahme verlief. Ich war sehr positiv überrascht. Früh nach Sonnenaufgang machten wir uns auf den Abstieg um in der nächsten Hütte unser Frühstück einzunehmen. Das Wetter war wieder toll, die Sachen relativ trocken und wir waren froh in dieser Hütte geblieben zu sein, denn die nächste hatte keinen Kocher und sie war noch voller gewesen, sodass Leute auch draußen schlafen mussten. Der letzte Abschnitt war dann nur noch flache Strecke und es ging wieder auf den Heimweg. Ich, für meinen Teil, habe meine Lektion gelernt, was die Ausrüstung anbetrifft. Es war aber wieder großartig und ich werde es bestimmt wieder tun. Der normale Alltag hat uns wieder fest im Griff. Wir haben wieder eine Truthenne mit zwei Küken auf dem Grundstück. Auch konnten wir eine Gruppe von 4 Fasanen umherlaufen sehen. Anbei ein paar Schnappschüsse. Das nächste Mal erzähle ich Euch vom Hawke's Bay Marathon, der zum dritten Mal ausgetragen wurde. Nein keine Angst, ich bin nur die halbe Strecke gerannt. Doch dazu später mehr. Bleibt alle gesund und heiter. In alter Frische Eure HanneBergers

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