Sunday, 16 September 2018

Europa Tour 2018 - Teil 3 Von Borna bis Zeesen

Ihr Lieben, außer dass es langsam Frühling wird, Ixi ihre Vorprüfungen gut überstanden hat, Sassi ein Jobinterview als Trainee absolviert hat (wir warten noch auf das Ergebnis) und Holger und ich fleißig arbeiten gehen, gibt es keine aufregenden Neuigkeiten im HanneBerger-Alltag. Daher wende ich mich dann doch lieber den schönen Urlaubserinnerungen zu. Wir kehrten also Dresden den Rücken zu und begaben uns auf den Weg nach Borna, wo meine Wiege stand und die Familie schon wartete. Ein geplanter Höhepunkt dieser Reise war unsere bevorstehende Hochzeit. Ein großes Fest zu veranstalten ist eine sehr effiziente und tolle Methode möglichst viele Freunde und Verwandte während der Reise auf einen Schlag zu treffen. Am Sonnabend, dem 7. Juli gaben wir uns auf dem Standesamt zu Borna das Ja-Wort. Foto-Links dazu habe ich separat verteilt (Zugang ist Ort und Jahr). Während einige von uns die Stadt Leipzig mit seinem Völkerschlachtdenkmal, sowie den Vergnügungspark Belantis erkundeten, war für die anderen Familienleben angesagt. Gut, dass Deutschland nicht mehr bei der Fußball-WM dabei war, so konnten sich all auf unsere Feier konzentrieren und wurden nicht abgelenkt. Danach ging es weiter in Richtung Potsdem, Berlin und Zeesen. In Potsdam kamen wir nicht an einem Besuch im schönen Schloss Sans Souci vorbei und in Berlin waren Fernsehturm, Goldelse, Unter den Linden und Potsdamer Platz Pflichtprogramm. Da nun aber mal gerade Fußball WM war, konnten wir es uns auch nicht verkneifen die große Fanmeile in Berlin zu besuchen. Frankreich spielte gerade gegen Belgien. Für fußballbegeisterte Leute, die in der Kleinstadt leben, war dies schon ein Erlebnis. Nach einem Zwischenstop bei Oma und Opa in Zeesen, trennten sich unsere Wege, zumindest für ein Weilchen. Holger, Ixi und ich zogen weiter nach Wittenberg, dem zweiten großen Höhepunkt unserer Reise, der Amateurfunk-WM (WRTC 2018) entgegen, während Sassi und Steven sich auf den Weg nach Amsterdam, Brüssel und Luxemburg machten, um möglichst viel von Europa sehen zu können. Da die WRTC einen eigenen Beitrag verdient, will ich hier nicht groß darauf eingehen, sondern verweise  statt dessen auf das nächste Posting, was da hoffentlich nicht so lange auf sich warten lassen sollte. Viele von Euch werden sich sicher wundern was es mit Amateurfunk WM auf sich hat und genau das beantworten wir dann beim nächsten Mal. Nach Wittenberg ging es zurück nach Berlin. Dort trafen wir uns mit Freunden und ehemaligen Siemens Kollegen und schwärmten von alten Zeiten. Tags darauf holten wir Sassi und Steven wieder vom Flughafen ab und gingen auf Tour in die Hauptstadt. Nach den Hackeschen Höfen und der Friedrichstraße, kam ich zum ersten Mal in Clärchen's Ballhaus, was von außen schon etwas in die Jahre gekommen war, aber von innen immer noch viel Charme hatte und Zeichnungen von Zille schmückten allerorts die Wände. Eben noch ein Stück Ur-Berlin. Steven und Sassi interessierten sich besonders für alle Überreste aus der Zeit der deutschen Teilung, so auch für die East Side Gallery und dem Verlauf der Berliner Mauer. Abends erfreuten wir uns an einer informativen Reichstagsführung, die aber leider die Kuppel auslies, da diese wegen Wartungsarbeiten gesperrt war. Danach aßen wir zum letzten Mal (auf dieser Reise) leckeren Döner und Berlin war auch abgehakt, denn am nächsten Tag ging es weiter in südlicher Richtung, doch dazu später mehr. Bis dahin, bleibt uns gewogen. Eure HanneBergers
P.S. Liebe Kinder, bei dem im Beitrag öfter abgebildeten Fahrzeug handelt es sich um einen Trabant, den es seit 1958 schon gibt und welcher wohl ab diesem Jahr steuerfrei gehalten werden kann. Derzeit sind noch ca. 34.500 für den Verkehr zugelassen.

Friday, 17 August 2018

Europa Tour 2018 - Teil 2 Dresden

Mit dem Bus, nein nicht Flixbus, sondern mit Leo Express, ging es dann weiter nach Dresden. Der Bus war sehr preiswert. Für nur 46 Euro bekamen wir fünf einen Platz für uns, für das Gepäck und eine Flasche Wasser. Außerdem gab es auch eine Toilette, Kaffee, Tee und sogar Internet an Bord. Das sind alles Dinge, die man nicht immer in Bussen in Neuseeland erwarten kann. Da in Dresden allerlei Baumaßnahmen im Gange waren, dauerte die Suche nach der kürzesten Route zum Hostel etwas länger. Aber wir schafften es letztendlich anzukommen. Das Hostel lag mitten im pulsierenden Herzen von Dresden Neustadt. Besonders nachts pulsierte es am lautesten, aber wir wollen nicht klagen, da wir dies doch schon vorher wussten. Wenn man richtig müde ist, kann man überall schlafen. Um müde zu werden begaben wir uns sogleich auf erste Erkundungstour ins eigentliche Zentrum. Vorbei am  Fürstenzug und am Albertinum marschierten wir in Richtung Frauenkirche. Mit seinen 102 Metern Länge gilt der Fürstenzug als das größte Porzellanwandbild der Welt. Es steht glaube ich auch im Guiness Buch der Rekorde. Im Gegensatz zur Frauenkirche, überstand der Fürstenzug die Luftangriffe im zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet. Auch wurde er unlängst restauriert und nunmehr von uns bestaunt. Noch mehr aber bestaunten wir die wieder auferstandene Frauenkirche. Holger und ich, die Alten in der Reisegruppe, kannten sie noch als Ruine und als Mahnmal des Krieges. Doch nun stand sie plötzlich wieder vor uns. Der Wiederaufbau der Kirche dauerte von 1993 bis 2005 und war wirklich ein Meisterwerk und ein Riesenaufwand. Schade nur, dass man sich über den Orgel-Wiederaufbau dabei so entzweit hat, sodass sogar einige Spender ihre Zusage zurück gezogen haben. Die Hitze machte die Gruppe durstig und so pausierten wir vor der Frauenkirche bei einer hausgemachten Limonade. Darauf folgte ein kurzer Streifzug durch den Zwingergarten. Der Name Zwinger geht ja eigentlich zurück auf die mittelalterliche Bezeichnung für den Festungsteil zwischen der äußeren und der inneren Festungsmauer. Irgendwann später ging dann diese Bezeichnung auch auf die im 18.Jahrhundert entstandenen Gebäudeteile über. Während wir uns in der Nähe der ehemaligen Tabakfabrik Yenidze, die heute Büros beherbergt, das Spiel Schweden gegen Schweiz auf einer Großleinwand (mit den Füßen im weichen Sand und bei einem kühlen Longdrink) ansahen, holten Holger und Steven unseren mobilen Wegbegleiter ab. Mit dem Auto ging es dann für Holger, Ixi und mich noch zu einem in der Nähe stattfindenden Funkertreffen, wo wir sehr freundlich empfangen und trefflich bewirtet wurden. Nach einer kurzen Nacht begaben wir uns ins Residenzschloss und verbrachten den halben Tag in den dort untergebrachten Ausstellungen. Hervorzuheben sind hier die bearbeiteten Kirschkerne (185 geschnitzte Köpfe), der Schmuck, die Rüstungen und die Münzen. Da blieb keine Zeit mehr für den Zwinger. Stattdessen ruhten wir uns bei einer Schiffstour auf der Elbe aus. Wir ließen den Tag ausklingen mit einem Besuch bei meiner Tante in Radebeul, wo für uns auch wieder zünftig aufgetafelt wurde und wir sogar noch Essen fürs Frühstück mitnahmen. Bei gemütlicher Plauderei verging die Zeit zu schnell und wir mussten wieder aufbrechen, damit wir am nächsten Morgen fit wären für die Weiterfahrt. Wohin es dann ging, erfahrt ihr im dritten Teil. Bis dahin seid alle lieb gegrüßt von Euren HanneBergers


Friday, 10 August 2018

Europa Tour 2018 - Teil 1 Prag

Ja, es war ein Weilchen still um uns, aber das hatte auch seine Gründe. Wir waren nämlich mit großer Entourage in Europa, hauptsächlich in Deutschland, unterwegs. Eigentliches Ziel der Reise war die große Funk-Weltmeisterschaft (WRTC), die in diesem Jahr in Deutschland ausgetragen wurde. Holger hatte es geschafft, sich dafür zu qualifizieren. Als Team-Gefährten wählte er Xenia aus. Um dieses Großereignis herum wurde nun noch ein sehr aktives Begleitprogramm organisiert, welches sogar eine Hochzeit enthielt. Doch dazu später mehr. Heute geht unsere Reise erst einmal mitten in der Nacht, genau gesagt gegen 4 Uhr in der Hawkes Bay los. Sassi und Steven waren schon am Abend zuvor aus Wellington angereist. Die fünfstündige Fahrt durch die Berge (bis -2°C) nach Auckland verlief problemlos. Natürlich war da immer die Sorge, dass irgendein Unfall, eine Panne oder ein Wetterproblem sich uns in den Weg stellt. Aber es ging alles gut und ich konnte durchatmen und mich nun auf die Reise freuen. Das Auto wurde abgegeben und ohne viel Wartezeit ging es mit dem Flugzeug weiter nach Südkorea. Dort hatten wir einen Zwischenaufenthalt und wurden mit einem Shuttle zum Hotel gebracht. Die Abenteuerlust und der Hunger führten uns noch zu einem koreanischen BBQ. Am nächsten Morgen ging es weiter nach der goldenen Stadt Prag. Hier sollte unser Road-Trip beginnen. Was soll ich Euch sagen, Prag war und ist immer eine Reise wert. Die Altstadt ist einfach genial. Wir schauten uns alles an, Pulverturm, Hauptbahnhof, Burg, Goldmacher-Gässchen, Karlsbrücke, Nationalmuseum, Oper, Synagoge, etliche Kirchen und vieles mehr. Auch kulinarisch kamen wir auf unsere Kosten. Zu erwähnen wären da die gebratene Ente, die Haxe, das Rotkraut, die Knödel, das Eis im gebackenen Becher, die Suppe im Brotteig, die Brezeln, der Käse, alles was wir leider nicht jeden Tag in Neuseeland genießen können. Es war wie im Schlaraffenland. Abends bestand ich darauf ins     U Fleku einzukehren, der alten Erinnerungen wegen. Es war immer noch toll, nur leider auch recht kommerzialisiert (z.B. wird gleich Schnapps angeboten, wo man den Eindruck hat, das das aufs Haus geht, aber denkste Puppe), na ja egal. Beindruckend waren auch die Bisamratten (keine Biber wie fälschlicherweise vermutet von mir), die unter den Moldau-Brücken zu sehen waren. Die berühmte Uhr war leider zur Reparatur / Wartung. Wir wussten das bereits im Vorfeld und waren dann nicht so sehr enttäuscht. Das Bild bzw. Video, was stattdessen gezeigt wurde, war auch ok. Geschichtlicher Höhepunkt war mal wieder die Prager Burg, die übrigens das größte geschlossene Burgareal der Welt bildet. Hier haben wir uns nochmals genau die Hintergründe und Lokalitäten zum zweiten Prager Fenstersturz näher gebracht. Während beim ersten Fenstersturz die Gemeindevertreter aus dem Fenster des Neustädter Rathauses am Karlsplatz geworfen wurden, war es beim zweiten die Prager Burg, die als Schauplatz des Streites herhalten musste, der ja bekanntlich den Beginn des 30jährigen Krieges markiert. Etwas ernüchternd war allerdings die massive Polizeipräsenz am Abend, was auf nichts Gutes hindeutet, aber wir begaben uns rechtzeitig wieder ins Quartier und somit war alles schön. Am dritten Tag ging es für uns dann weiter mit dem Bus nach Dresden, wo unsere Abenteuer weitergehen. Doch dazu dann mehr beim nächsten Mal. Bis dahin, bleibt uns weiter gewogen und bleibt gesund. Eure HanneBergers