Saturday, 17 July 2021

Winter im Paradies

Ihr Lieben,
während in vielen Regionen dieser Welt die gesundheitliche Ordnung noch nicht wiederhergestellt ist und die Wetterextreme sogar in deutschen Landen ihr Unwesen auf grausame Art treiben, herrscht hierzulande eher fabelhafte Winter-Langeweile. Winter ist bei uns eher mit viel Wind verbunden und an 3 oder 4 Tagen sogar mal Frost mit Scheibenkratzen. Ansonsten lassen sich nicht allzuviele Unterschiede zum übrigen Jahr feststellen. Aber ganz langweilig war es bei uns dann auch nicht. Im Spätsommer hielt uns unser Garten noch gut auf Trab, da es immer irgendwas zu ernten gab. Dann folgten unsere Geburtstage, die wir mit einer Drinnen-Party und vielen Gästen gefeiert haben. Darauf mussten wir uns leider von unserem treuen kleinen Honda trennen, der aus irgendeinem Grund nicht der Straße folgen wollte und trotz nur eines kleinen Remplers von der Versicherung aufgegeben wurde. Von einem Kollegen bekamen wir ein neues altes Modell, was seither seinen treuen Dienst tut. Sassi, Steven und ihr Hund Alfie waren auch mal zu Besuch. Nur der Kater Milo musste zu Hause bleiben. Während Holger viel Spaß mit Alfie hatte, war unsere Katze nicht besonders darüber amüsiert und strafte uns mit Abwesenheit. In den Semesterferien war dann auch Ixi mal da und wir haben einiges unternommen. So ging es beispielsweise ins Kino zum Festival des französischen Filmes. Da man dem Filmverlauf leicht folgen konnte, hatte dann auch nach und nach Holger seine Freude daran. Weiterhin entdeckten wir den neuen Escape Room in Napier, der passenderweise im alten Gefängnis installiert wurde. Überrascht waren wir von der Tatsache, dass es in Napier sogar ein Planetarium gibt. In Gesprächen nach dem Vortrag fanden wir heraus, dass es im Jahre 1961 eine Gabe aus Ostdeutschland war (von Carl Zeiss Jena), die erst nach Wellington kam und nun bereits seit 30 Jahren in Napier ist. Ganz grundsätzlich lassen wir es uns aber immer recht gut gehen und genießen die Wochenenden. So haben wir es uns zur Angewohnheit gemacht immer ein anderes Cafe oder Kneipchen auszuprobieren. Vor Kurzem haben wir auch bei einem Kochkurs mitgemacht (eines der Geburtstagsgeschenke). Dort hatten wir viel Spaß und haben viele gute Ideen mit auf den Weg bekommen. Das Thema war Winter in Paris und wir kochten dort ein 5 Gänge Menü. Holger blüht auch mehr und mehr in der Küche auf und verwöhnt uns immer häufiger mit Kuchen. Ansonsten ist er oft mit Antennen-Wartungsarbeiten beschäftigt, damit sie in der neuen Contestsaison auch wieder gut mitspielen. Alles in allem freuen wir uns dennoch sehr auf die helle und warme Jahreszeit und verbleiben mit besten Grüßen und Wünschen, herzlichst Eure HanneBergers

Tuesday, 20 April 2021

Wie 2021 begann

Liebe Leser, mit Erschrecken stelle ich fest, dass das erste Quartal des neuen Jahres 2021 schon wieder vorbei ist. Ein wunderbarer neuseeländischer Sommer neigt sich dem Ende zu und es beginnt herbstlich zu werden. Herbst heißt in der Hawkes Bay immer noch um die 20 Grad. Allerdings werden die Tage kürzer und die eingeführten Bäume verlieren langsam ihre Farbe. (Neuseeländische Bäume sind dagegen immergrün.) Was war bei uns so los? Bei Ixi hat das neue Studienjahr wieder begonnen und sie hat in Auckland ein neues Quartier bezogen. Natürlich haben wir sie dabei begleitet und Auckland für ein paar Tag unsicher gemacht. Ein lang gehegter Wunsch von mir war der Besuch einer in der Nähe liegenden Vogelschutzinsel mit dem klingenden Namen Tiritiri Matangi. Dort waren auch wirklich jede Menge Vögel zu sehen und wir bekamen auch welche zu Gesicht, die schon so selten sind, dass sie nur noch in solchen Schutzgebieten eine Chance zum Überleben haben. Die Insel ist ca. 220ha groß und hatte in 120 Jahren ca. 94% aller Bäume an das Farmland verloren. Freiwillige Naturschützer haben es nun aber geschafft in den Jahren 1984 bis 1994 ca. 300.000 Bäume zu pflanzen. Nun gehört die Insel wieder der Natur und ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Außerdem war in Auckland zu dem Zeitpunkt noch der Americas Cup in vollem Gange und auf dem Rückweg von der Insel mussten wir uns als Fähre hinten anstellen in die lange Reihe der Zuschauerboote. Der Americas Cup ist eine Segelregatta, die es schon seit 1851 gibt. Neuseeland ist ganz groß dabei und hat ihn dieses Jahr wieder gewonnen. Diese Wunderwerke der Technik segeln dabei schneller als der Wind. Zu Ostern hatte Ixi Ferien und wir besuchten sie wieder. Dieses Mal ging es in einen Escape Room, wo man als Team in einer festgelegten Zeit Rätsel lösen muss, um den Raum zu verlassen oder die virtuelle Bombe zu entschärfen oder so ähnlich. Es hat wieder viel Spaß gemacht und wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein. Mit dabei waren auch Ixis Freundin und ihre Familie. Sassi, Steven und ihr Neuzugang Alfie haben uns dann eine Woche später besucht. Mit dem Hund ging es gleich an den Strand zum Spielen. Die einzige, die keinen Spaß hatte, war unsere Katze Kitty Lee, die andere Tiere und ganz besonders Hunde nicht ausstehen kann. Ansonsten sind wir viel im Garten aktiv und ernten unser Gemüse und unser Obst. Ich habe zum ersten Mal Sauerkraut selber gemacht. Die vielen Tomaten kochen wir mittlerweile als Sauce oder Suppe ein, da wir gar nicht wissen wohin damit. Aber es macht schon Spaß zu sehen, wie alles wächst und gedeiht. Nun machen wir uns bereit für die weniger schönen Jahreszeiten. In diesem Sinne, bleibt weiter alle gesund und haltet die Ohren steif. Eure HanneBergers

Saturday, 6 March 2021

Südinsel, die Zweite


Ihr Lieben, kommen wir nun zum zweiten Teil unserer Neuseeland Südinseltour vom Dezember 2020, das Jahr in dem die Neuseeländer in ihrer Heimat ganz alleine blieben und selbst ja auch nirgendwo anders hinkonnten. Von Invercargill aus, einer Stadt in der nicht immer die Sonne scheint weil sie schon so weit im Süden ist (wir hatten aber Glück), ging es weiter nach Südwesten in Richtung Fjordland. Wie der Name schon sagt, gibt es dort unzählige Fjorde, steile schneebedeckte Berge, viel Regen, viele Wasserfälle und Seen, kurz und gut atemberaubende Natur. Zuerst krochen wir durch eine Glühwürmchenhöhle, was sehr abenteuerlich war und uns durchaus forderte, dann ging es weiter nach Te Anau in einen Vogelpark. Pflichtprogramm war für uns auch wieder der Milford Sound, den wir vor 20 Jahren bereits besucht hatten. Dort hatte sich einiges verändert. Die Schiffsablegestelle ist deutlich moderner und kommerzieller geworden, allerdings sind sonst wohl auch viel mehr Besucher da. Aber ein paar Boote legten ab und wir kamen wieder auf unsere Kosten. Wie üblich regnete es streckenweise sehr stark, aber das gehört dazu. Bei drei Tagen ohne Regen, spricht man dort schon von Dürre. Ein langersehntes Ziel war unsere Tour danach zu den Füßen des Mount Cook. Mit 3724m ist der Mount Cook Neuseelands höchster Berg. Wir gönnten uns einen ganzen Tag für mehrere Talwanderungen zu verschiedenen Zielen, sahen Seen und Gletscher und fantastische Fotomotive. Der nächste Höhepunkt war Queenstown. Das stand bei Ixi ganz oben auf der Liste. Ein paar Kleinigkeiten am Campervan mussten auch repariert werden, die die Campervanfirma auch schnell behob. In Queenstown gibt es sicherlich viel zu erleben. Wir entschieden uns für einen Spaziergang in den Queenstown Gardens, die eine große Menge an exotischen und einheimischen Bäumen aufzuweisen haben. Außerdem marschieren wir noch auf den QT Hügel. Von dort aus hatten wir einen tollen Ausblick auf ganz QT. Nach einem Besuch in Arrow Town machten wir auf einem Freedom Campingplatz halt, der sogar kostenloses Internet anbot. Dort erlaubten wir uns den Luxus und schauten uns den Biathlon Weltcup an, was uns nach über 10 Jahren Neuseeland immer noch viel Freude bereitet. Bereits auf der Fahrt dahin sahen wir viele Schilder mit Kirschen zum Selbstpflücken und unser Herz frohlockte. Am nächsten Morgen wurde dann auch wie wild gepflückt. Allerdings konnten wir irgendwie nicht rechtzeitig aufhören und so kam es, dass wir die ganze Woche brauchten um unsere 5kg Kirschen zu essen. Sehr lecker, aber nun ist mein Bedarf auch erst einmal eine Weile gedeckt. Nach den Kirschen ging es mal wieder in Puzzling Centre nach Wanaka. Die vielen optischen Täuschungen und Rätsel sowie der Irrgarten sind immer wieder eine Reise wert. Über Lake Tekapo, Geraldine und Methven ging es wieder zurück nach Christchurch, aber zunächst erst einmal auf die Banks Halbinsel. Dort habe ich zum ersten Mal Krill gesehen und gefühlt. Auf sehr engen Straßen erkundeten wir Akaroa und Umgebung, war mir einige Schweißausbrüche bescherte (später sahen wir dann auch Schilder, die davor warnten dort mit Campervan langzufahren). Die letzten drei Tage galten nur noch Christchurch. Wir gaben unseren Van wieder ab und liehen uns statt dessen ein stadttaugliches Vehikel. Ein Motel diente als Herberge. Wir erkundeten die baulichen Fortschritte seit den verheerenden Erdbeben vor nunmehr 10 Jahren. Und man muss sagen, es hat sich einiges getan. Parkplätze gibt es jetzt genug. Die Kathedrale kann man auch schon wieder erkennen. Immer wieder spannend für Jung und Alt ist das Antarktis Center. Toll fanden wir auch den Hagley Park mit dem botanischen Garten, das Museum von Chch, die Straßenbahn, das Pier von New Brighton, überhaupt hat uns die Innenstadt von Chch sehr gut gefallen und mit etwas Wehmut traten wir dann wieder unseren Rückflug in Richtung Heimat an. Jetzt im März ist es hier in der Hawkes Bay immer noch sehr warm und wir vermissen den Regen. Holger wird nächste Woche wieder arbeiten gehen nach seiner langen krankheitsbedingten Pause. Mal sehen wie das wird. Wir sind positiv. Seid ihr es auch! In diesem Sinne, haltet weiter die Ohren steif. 

Herzlichst Eure HanneBergers